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Draussen wurde es schon Dunkel

Draußen wurde es schon Dunkel. Die Sonne legte sich in einem tiefen dunkelrot über dem Horizont nieder. Ich liebte es, dem Sonnenuntergang zuzuschauen. Doch obwohl dieser Prozess sich tagtäglich wiederholt, geschah es doch viel zu selten, dass mich dieses Schauspiel  so faszinierend Fesselte wie an jenem Tag.  Vielleicht lag es daran, dass wir gerade im Landeanflug waren oder weil meine Ohren so wehtaten, wegen dem Druck, dass ich eine Ablenkung  gut gebrauchen konnte. Oder weil ich Endlich mal so Entspannt sein konnte wie lange nicht mehr.  Ich hatte nämlich eine sehr harte, aber auch sehr stressige Zeit hinter mir. Ich kann sogar behaupten, es war die schönste und gleichzeitig schlimmste Zeit meines Lebens.

Die Beleuchtung des Flughafens sorgte dafür dass der Sonnenuntergang immer mehr überflutet wurde von dem gleißenden Lichterspiel das sich neben der Landebahn befand. Bis ich ihn Schlussendlich nicht mehr sehen konnte und an seiner Stelle das riesige Flughafengebäude trat. Es würde nur noch wenige Augenblicke dauern bis das Flugzeug auf dem nassen Asphalt landete. Ich wartete den Moment ab, denn es war,  neben dem Start, das mir immer wieder ein süßes Kribbeln im Bauch verschaffte  mein Lieblings Gefühl im Flugzeug. Die Sekunde in der das Fahrwerk auf dem Asphalt aufschlug und sofort mit dem Bremsvorgang startete.

Ich hörte das Klicken der Sicherheitsgurte um mich herum, obwohl die Bildanzeige noch leuchtete. Die Meisten haben es nach einem Flug so eilig da raus zu kommen, so als ob ihr Leben davon abhängen würde. Ehrlich, das Flugzeug ist sicher gelandet, und sogar fünf Minuten eher als geplant, da dürfte doch wohl noch Zeit sein zu warten bis das Gefährt stehenbleibt.

Als ich nach 15 Minuten beim Gepäckband stand, fiel mir auf, dass ich meine Uhr nicht mehr an meinem linken Handgelenk trug. Ich schaute hektisch in meinen Taschen nach, doch sie war weg! Ein  älterer Herr der neben mir wartete, musterte mich mit runzelnder Stirn, sagte jedoch nichts und nahm ein paar Sekunden drauf seinen Geparden Muster Koffer und ging davon.  Wo war meine Uhr? Vielleicht habe ich sie im Flugzeug verloren?   Ich wollte schon zurücklaufen, als jemand „Hey“ hinter mir rief. Ich dachte er ruft jemandem anderen zu. Gerade als ich einen Schritt tun wollte, hörte ich ihn wieder: „Hey Sie da! warten Sie!“. Ich drehte mich um und sah einen schlaksigen jungen Mann mit rotblonden Haaren und moosgrünen Augen auf mich zulaufen. Er trug einen gelben Overall. Wahrscheinlich ein Arbeiter von hier. „Danke, dass Sie gewartet haben. Ich glaube die gehört ihnen“ keuchte er. Ich blickte auf seine rechte Hand und da Baumelte meine Uhr zwischen seinem Zeigefinger und Daumen herum. Ich spürte wie mir ein lächeln ins Gesicht sprang. Ich hatte Lust mich auf ihn zu stürzen und vor Dankbarkeit sein Gesicht abzuknutschen. Doch anstatt das zu tun, vergnügte ich mich mit einem hibbeligen Herumzappeln und einem ausgedehntem „Wuaooooow“.

Er, als Antwort auf meine, grinste wie ein Pfannkuchen und sagte: „Ehm, wie bitte?“ Ich schaute ihn verdutzt und beschämt in die Augen,  „Danke“ sagte ich, „das war ein Geschenk von meinem kürzlich verstorbenen Großvater, es Bedeutet mir sehr viel, dass sie sie Wiedergefunden haben.“ „Das tut mir leid“. Er machte auf Einmal ein sehr ernstes Gesicht.

7.12.14 07:34

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